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Löwen, Elefanten, Antilopen

1. August 2011 |
Reisen in den Sudan waren bisher nur was für unerschrockene Abenteurer. Der Südsudan will sich nach seiner Unabhängigkeit aktiv um Tourismus bemühen. Landschaftlich hat der jüngste Staat der Erde eine Menge zu bieten, auch große Tiere. Die erste Rundreise eines deutschen Veranstalter ist schon buchbar.
Südsudan [4 Bilder]
Ein wenig Abenteuergeist gehört noch immer dazu, wenn man in den Südsudan reisen will. Das fängt schon mit den Flügen an. Von Europa aus gibt es keine direkten Flüge in die Hauptstadt Dschuba. Der Weg in den Südsudan führt über die Nachbarländer.

Den Flughafen Dschuba (JUB) fliegen nur wenige afrikanische Airlines an. Von Deutschland aus kann man am einfachsten mit Ethiopian Airlines via Addis Abeba fliegen. Flüge gibt es auch von Nairobi in Kenya und Karthum im Sudan.

Die Hauptstadt Dschuba ist nur der Ausgangspunkt

Infobox

Reiseinfos Südsudan

Einreise: Deutsche Besucher brauchen für den Südsudan ein Visum. Das bekommen sie beim Verbindungsbüro in Brüssel.
Impfung: Keine vorgeschrieben. Empfohlen ist der Schutz vor Polio, Masern, Gelbfieber, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Hepatitis A und Malaria.
Sprache: Englisch
Währung: Südsudanesisches Pfund (geplant)
Zeit: plus drei Stunden. Keine Sommerzeit.
Im Südsudan gibt es kaum befestigte Straßen, auch in der Hauptstadt nicht. Die Brücke über den Nil in Dschuba wurde im Krieg zerstört, ist inzwischen aber wieder aufgebaut. Die Hauptstadt Dschuba hat gut 200.000 Einwohner und kann zu Fuß besichtigt werden.

Besucher kommen allerdings nicht wegen Dschuba, sondern um Tiere zu beobachten. Die Wildlife Conservation Society hat eine Wanderung von mehr als 1,3 Millionen Antilopen beobachtet. Das annährend so viele wie in der Serengeti in Tansania.

Im Südsudan gibt es sieben Nationalparks

Im Südsudan leben Tierarten, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Die Antilopenart Weißohr-Kob zum Beispiel gibt es nur hier im im Boma Nationalpark und in kleinen Teilen Ugandas.

Auch Raubtiere wie Geparden und Löwem leben im Boma Nationalpark, ebenso wie Zebras und Elefanten. Probleme gibt es aber mit der Infrastruktur und den Flüchtlingen, die sich in dem Nationalpark niederlassen.

Insgesamt gibt es bisher sieben Nationalparks und zwölf Safari-Reservate im Südsudan. Die Regierung hat den Bau von Hotels und Restaurants in der Nähe der Reservate angeregt. Einzelne Unterkünfte gibt es bereits. Im Süden geht die Landschaft langsam in tropischen Regenwald über.

Diamir ist Pionier mit Entdeckungsreise in den Südsudan

Als erster Reiseveranstalter hat Diamir Erlebnisreisen eine 14-tägige Entdeckungsreise in den Südsudan zusammengestellt. Im November geht es von Dschuba aus am Nil entlang zu ursprünglichen Dörfen, in die Dindinga-Berga und natürlich auch in den Boma Nationalpark.

Die kleine Diamir-Gruppe fliegt mit Ethiopian Airlines. Übernachtet wird in Lodges und Zeltcamps. Die Tour kostet rund 4.000 Euro.

Probleme mit der Sicherheit

Wenig hilfreich beim Aufbau des Tourismus ist der aktuelle Reisehinweis des Auswärtigen Amts, das derzeit von allen nicht erforderlichen Reisen abrät. Besonders kritisch beurteilt die Behörde die Situation im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südsudan.

Sandra Henoch
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