Die Streichung des Serviceentgelts der Lufthansa für Tickets von ihrer Website hat am Buchungsverhalten der betroffenen Reisebüros nichts geändert. Airberlin konnte vom Zorn des Vertriebs nicht profitieren, weshalb sie wohl nachziehen dürfte.
Wunden lecken auf dem Reisebürotag
15. Mai 2012 |
Ernüchterung auf dem Reisebürotag des DRV: Der Vertrieb ist schwach, und deshalb können Leistungsträger wie Lufthansa ungestraft machen, was sie wollen. So das Fazit von Otto Schweisgut, DRV-Vizepräsident und Sprecher der mittelständischen Reisebüros im Verband. „Wir haben uns das selbst in die Schuhe zu schieben.“
Der Aufschrei nach der Abschaffung des Serviceentgelts für Online-Buchungen auf Lufthansa.com in den Reisebüros war groß. Doch wo blieb die Konsequenz? „Es hat sich nichts verändert“, resümiert Otto Schweisgut, die Amadeus-Zahlen zeigten eindeutig, dass der Vertrieb genauso weiterbucht wie vorher.
Das ist für Schweisgut besonders bitter, weil er und der DRV mit Engelszungen auf Airberlin eingeredet haben, dem Lufthansa-Beispiel nicht zu folgen. Der LH-Konkurrent ließ sich sogar überzeugen, erst einmal abzuwarten. Man wolle genau schauen, was nun passiere, hatte Airberlin versprochen. Doch der Blick auf die Zahlen offenbart: Die Reisebüros honorieren vertriebsfreundliche Airlines nicht.
Deshalb wundert es Schweisgut nicht, wenn Airberlin und andere ebenfalls das Serviceentgelt für Online-Buchungen auf ihrer eigenen Website streichen. „Da kann der Verband wenig machen“, sagt Schweisgut. Die Reisebüros hätten es in der Hand, ob sich die Streichung des Serviceentgelts für Airlines rechnet oder nicht. „Aber wir liefern keine wirtschaftlichen Argumente, solche Entscheidungen zu überdenken – und das ist das einzige, was zählt. Wenn es sich für die Airlines rechnet, dann machen die das auch.“
Lufthansa zog es übrigens vor, dem Reisebürotag fernzubleiben. Dabei war der Kranich eingeladen und sein Vertrieb tagte nur durch die Landebahnen des Frankfurter Flughafens getrennt quasi in Sichtweite.
Schweisgut und seine Kollegen wollen aber nicht aufgeben. Als ersten Schritt soll der Vertrieb im DRV künftig in der Außendarstellung mit einer Stimme sprechen. Mittelständler, Ketten, Onliner, mobile Verkäufer – sie alle hätten schließlich die gleichen Probleme, sagte Schweisgut. Oberstes Ziel des DRV-Vertriebs sind Chancengleichheit im Vertrieb und faire Wettbewerbsbedingungen.
Das ist für Schweisgut besonders bitter, weil er und der DRV mit Engelszungen auf Airberlin eingeredet haben, dem Lufthansa-Beispiel nicht zu folgen. Der LH-Konkurrent ließ sich sogar überzeugen, erst einmal abzuwarten. Man wolle genau schauen, was nun passiere, hatte Airberlin versprochen. Doch der Blick auf die Zahlen offenbart: Die Reisebüros honorieren vertriebsfreundliche Airlines nicht.
Deshalb wundert es Schweisgut nicht, wenn Airberlin und andere ebenfalls das Serviceentgelt für Online-Buchungen auf ihrer eigenen Website streichen. „Da kann der Verband wenig machen“, sagt Schweisgut. Die Reisebüros hätten es in der Hand, ob sich die Streichung des Serviceentgelts für Airlines rechnet oder nicht. „Aber wir liefern keine wirtschaftlichen Argumente, solche Entscheidungen zu überdenken – und das ist das einzige, was zählt. Wenn es sich für die Airlines rechnet, dann machen die das auch.“
„Die Liste der Grausamkeiten ist noch nicht abgearbeitet.“
Die Reisebüros hätten es leider noch nie geschafft, die einen Leistungsträger für ihr Verhalten zu honorieren und andere dafür abzustrafen. Ein bisschen Resignation klang schon mit in seiner Rede vor rund 160 Teilnehmern des DRV-Reisebürotags und im Saal war es mucksmäuschenstill. „Wenn sich nichts ändert, werden wir nicht mehr ernst genommen“, sagte Schweisgut und appellierte an die Solidarität im Vertrieb. Denn er glaubt, dass weitere Nackenschläge der Leistungsträger folgen. „Die Liste der Grausamkeiten ist noch nicht abgearbeitet.“Lufthansa zog es übrigens vor, dem Reisebürotag fernzubleiben. Dabei war der Kranich eingeladen und sein Vertrieb tagte nur durch die Landebahnen des Frankfurter Flughafens getrennt quasi in Sichtweite.
Schweisgut und seine Kollegen wollen aber nicht aufgeben. Als ersten Schritt soll der Vertrieb im DRV künftig in der Außendarstellung mit einer Stimme sprechen. Mittelständler, Ketten, Onliner, mobile Verkäufer – sie alle hätten schließlich die gleichen Probleme, sagte Schweisgut. Oberstes Ziel des DRV-Vertriebs sind Chancengleichheit im Vertrieb und faire Wettbewerbsbedingungen.
Reisebüroumsatz so hoch wie noch nie
Trotz allem Ärger mit Lufthansa und anderen Leistungsträgern, sieht DRV-Präsident Jürgen Büchy auch Grund für Optimismus. „So viele Kunden wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren haben im Touristikjahr 2010/2011 in einem stationären oder einem Online-Reisebüro gebucht.“ Der Umsatz kletterte um 9,5 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. „Das Reisebüro ist unverzichtbar, weil viele Kunden verlässliche Orientierung suchen und die Expertise der Reiseberater und ihrer persönlichen Empfehlungen gefragt sind.“
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