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Die Menschensafaris auf der "Andaman Trunk Road" werden zehn Jahre nach ihrem Verbot immer noch angeboten.
Foto: Chamberlain/Survival
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Menschensafaris auf den Andamanen

8. Mai 2012 |
Menschensafaris in Indien: Trotz Verbot durch das Oberste Gericht werden die Jawara-Ureinwohner auf dem Andamanen-Archipel weiter als Touristenattraktion vermarktet.
250 Autos voller Touristen stauen sich jeden Tag auf der umstrittenen "Andaman Trunk Road". Die Straße führt quer durch das Reservat der Ureinwohner Jawara. Die Besucher werfen Bananen und Kekse nach draußen, nicht um Affen anzulocken, sondern die Jawara. Wenn sich die Ureinwohner des indischen Archipels aus dem Busch wagen, werden die Kameras gezückt.

"Das erste woran man denkt, wenn man sich eine solche Situation versucht vorzustellen, sind Tiere in einem Zoo," sagt Valeska Ebeling von der Organisation Survival , die sich dem Schutz von Naturvölkern annimmt und dafür schon mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde. "Diese Touren sind ein Verstoß gegen Menschenrechte," sagt Ebeling.

Besucher gefährden die Gesundheit der Jawara

Survival kämpft für die Schließung der Andaman Trunk Road. Eigentlich sind die Menschensafaris auch verboten. Bereits 2002 hat das Oberste Indische Gericht so entschieden. Allerdings setzen die lokalen Behörden das Verbot auch nach zehn Jahren nicht um. Schlimmer noch: Anfang des Jahres ist ein Video aufgetaucht, das zeigt, wie ein Polizist eine Gruppe Jawara anweist, für Essen vor Touristen zu tanzen.

Die meisten Touristen kommen zwar aus Indien, aber auch Urlauber aus Deutschland sind darunter. Sie buchen die Touren bei lokalen Reiseanbietern auf den Andamanen. Früher hatten auch deutsche Veranstalter haben die Fahrten durch das Reservat im Programm, weiß Ebeling. Zur Zeit scheint das aber nicht mehr der Fall zu sein.

Die fremden Besucher gefährden auch die Gesundheit der Ureinwohner, von denen nur noch etwa 300 auf den Andamanen leben. Die Touristen schleppen Krankheiten ein, gegen die die Abwehrkräfte der Jawara wirkungslos sind.
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