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Flughafen Berlin Brandenburg
Am neuen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg bleibt erst einmal alles eingemottet: Die Eröffnung am 3. Juni ist geplatzt.
Foto: Flughafen Berlin Brandenburg
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Airlines trotzen der Flughafen-Pleite

8. Mai 2012 |
Die Fluggesellschaften wurden von der Absage der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin kalt erwischt. Neue Flüge und der Umzug waren für den 3. Juni minutiös vorbereitet, vorerst für die Katz. Lufthansa und Airberlin sind die größten Leidtragenden. Sie wollen ihr Flugprogramm trotzdem durchziehen.
Eine Riesen-Blamage für Berlin und Deutschland: 27 Tage vor der Eröffnung sagt der Betreiber den Termin für die Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg ab. "Technische Probleme bei der Brandschutztechnik machen Verschiebung des Eröffnungstermins für den BER unumgänglich", heißt es in einer dünnen Pressemitteilung. Jetzt sollen erst nach den Sommerferien die ersten Jets vom neuen Airport starten.

1,3 Millionen Airberlin-Passagiere betroffen

Homecarrier Airberlin trifft die Verschiebung gleich doppelt. Vorstandschef Hartmut Mehdorn sieht "gewaltige logistische Probleme, die außerdem erhebliche noch nicht kalkulierbare Mehrkosten verursachen werden."

Airberlin hat am neuen Hauptstadtflughafen ein Drehkreuz mit vielen zusätzlichen Flügen geplant. Das sei so konzeptioniert, dass Airberlin-Flugzeuge täglich in sechs Wellen sternförmig nach Berlin fliegen und die Fluggäste in kurzer Zeit umsteigen und weiterfliegen können.

"Dieses System ist exakt auf die Bedingungen am BER zugeschnitten und in Tegel nicht ohne Weiteres durchführbar", so Mehdorn. Davon sind nun 1,3 Millionen Passagiere betroffen. Airberlin will trotzdem versuchen, den vorgesehenen Flugplan so weit wie möglich in Tegel umzusetzen. Ob das gelingt oder Flüge ausfallen müssen, ist noch nicht klar.

Peinlich ist die Absage der Eröffnung auch wegen des Beitritts von Airberlin zum Oneworld-Verbund. In die Drehkreuzpläne sollen auch andere Mitglieder der Allianz eingebunden werden. Dieser Schulterschluss in Berlin rückt nun in die Ferne.

Lufthansa hofft jetzt auf zusätzliche Slots in Tegel

Auch Lufthansa hat die Nachricht von der Absage der Eröffnung kalt erwischt. Der Kranich wollte seine Verbindungen ab Berlin mehr als verdreifachen und allein 32 zusätzliche Strecken aufnehmen. "Die neuen Flüge sollen wie geplant in Berlin starten", sagt Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow zuversichtlich. "Wir versuchen erst einmal, Slots in Tegel zu bekommen."

Beim Ferienflieger Condor ist ebenfalls noch nicht klar, wie sich die Verschiebung der Eröffnung auswirken wird. "Wir überprüfen die Auswirkungen", erklärt ein Sprecher. Condor plant für den neuen Hauptstadtflughafen vier neue Verbindungen mit 15 zusätzlichen Abflügen pro Woche.

Weltweite Probleme sieht die Deutsche Flugsicherung durch das Verschieben der Eröffnung. "Wir müssen alle betroffenen Fluggesellschaften weltweit darüber informieren, dass sie ihre Abläufe ändern müssen", sagte Geschäftsführer Ralph Riedle der Financial Times Deutschland. Das sei für alle Beteiligten ein erheblicher Aufwand.

Auch die Politik ist deutlich verärgert. "Das ist kein guter Tag für den Flughafen Berlin Brandenburg", sagt Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck ist "stocksauer", das sei "mehr als eine böse Überraschung". Schon gibt es erste Rücktrittsforderungen an Flughafenchef Rainer Schwarz.

Der Umzug von den beiden Flughäfen Schönefeld und Tegel in die neuen Terminals ist jetzt erst einmal gestoppt, auf einen noch unbekannten Termin.
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