Dertour-Chef: Kataloge werden nicht verschwinden
22. Juli 2012 |
Michael Frese, Chef von Dertour, Meier’s Weltreisen und ADAC Reisen über die Zukunft der Kataloge, dynamische Reisen und das Bausteinsystem.
Gloobi: Herr Frese, auch bei Ihnen wächst die Zahl der Hotels, die nicht mehr im Katalog stehen, sondern nur noch online. Reisebüro oder Internet – wohin geht der Trend?
Frese: Der Begriff Internet wird hier missverstanden. Es handelt sich um zusätzliche Angebote in allen Vetriebskanälen. Unser Städtereisen-Katalog zum Beispiel ist schon eine dicke Schwarte und die Angebote darin limitiert. Neue Technik macht es uns nun möglich, den Kunden zusätzliche Unterkünfte nah zu bringen, über Internet oder im Reisebüro.
Gloobi: Wie funktioniert das konkret im Reisebüro?
Frese: Die zusätzlichen Angebote werden im Reservierungssystem über einen Hyperlink dargestellt. Mitarbeiter können Informationen aufrufen und für die Kunden ausdrucken. Wir haben das bereits mit anderen Programmen realisiert, in Spanien sind etwa 400 Häuser nur online dargestellt, auch in Nordamerika ist das Angebot wesentlich größer als im Katalog. Und die Zahl steigt.
Gloobi: Verlieren die Kataloge damit an Bedeutung?
Frese: Die Kataloge werden nicht verschwinden, sie sind ein extrem wichtiges Verkaufsinstrument, selbst bei den Städtereisen. Häufig geht es gar nicht darum, was ein Angebot konkret kostet. Vielmehr gibt es im Katalog allgemeine Informationen und eine schnelle Übersicht für die Kunden. Es werden allerdings immer weniger Kataloge von den Kunden mitgenommen. Das liegt auch an dem Umweltverhalten. Viele Kunden bringen die Kataloge sogar zurück ins Reisebüro.
Frese: Auf unsere Internet-Seiten arbeiten wir bereits mit Holidaycheck zusammen. In unseren Katalogen drucken wir bisher nur eigene Bewertungen. Unser Schwesterunternehmen ITS hat sich entschlossen, Bewertungen auch in die Kataloge aufzunehmen. Wir haben das nicht vor. Zum einen gibt es Destinationen, in denen wir eine große Anzahl an Häusern anbieten, und häufig liegen uns hier nicht genügend Bewertungen vor. Außerdem geben die Kunden fast ausschließlich über die Reisebüros Rückmeldung. Interessanterweise sind Kunden, die über das Internet gebucht haben, mitteilungsbedürftiger als Reisebürokunden.
Gloobi: Hat das Bausteinsystem bei der wachsenden Zahl an dynamisch produzierten Reisen noch Zukunft?
Frese: Hundertprozentig ja. Ich rechne eher damit, dass die dynamischen Reisen irgendwann zu Bausteinreisen werden. Dynamische Angebote wählen immer die günstigsten Bestandteile. Der Preis ist allerdings nur ein Kriterium und keine Qualitätsaussage. Da gibt es Kunden, die ihren Urlaub mit zwei kleinen Kindern morgens um fünf antreten müssen, häufig erfahren sie auch die Flugzeit erst kurz vor der Abreise. Beim Bausteinsystem können die Kunden die Flugzeit aussuchen, das gleiche gilt für Transfer und Hotel. Deshalb sind Bausteinreisen in ihrer Kundenfreundlichkeit kaum zu überbieten. Dynamische Angebote sind zwar bei den Preisen transparenter, sie bieten aber keinen Qualitätsvergleich.
Das Interview führte Sandra Henoch
Frese: Der Begriff Internet wird hier missverstanden. Es handelt sich um zusätzliche Angebote in allen Vetriebskanälen. Unser Städtereisen-Katalog zum Beispiel ist schon eine dicke Schwarte und die Angebote darin limitiert. Neue Technik macht es uns nun möglich, den Kunden zusätzliche Unterkünfte nah zu bringen, über Internet oder im Reisebüro.
Gloobi: Wie funktioniert das konkret im Reisebüro?
Frese: Die zusätzlichen Angebote werden im Reservierungssystem über einen Hyperlink dargestellt. Mitarbeiter können Informationen aufrufen und für die Kunden ausdrucken. Wir haben das bereits mit anderen Programmen realisiert, in Spanien sind etwa 400 Häuser nur online dargestellt, auch in Nordamerika ist das Angebot wesentlich größer als im Katalog. Und die Zahl steigt.
Gloobi: Verlieren die Kataloge damit an Bedeutung?
Frese: Die Kataloge werden nicht verschwinden, sie sind ein extrem wichtiges Verkaufsinstrument, selbst bei den Städtereisen. Häufig geht es gar nicht darum, was ein Angebot konkret kostet. Vielmehr gibt es im Katalog allgemeine Informationen und eine schnelle Übersicht für die Kunden. Es werden allerdings immer weniger Kataloge von den Kunden mitgenommen. Das liegt auch an dem Umweltverhalten. Viele Kunden bringen die Kataloge sogar zurück ins Reisebüro.
"Wir haben nicht vor, Bewertungen in Kataloge aufzunehmen"
Gloobi: Wann drucken Sie Kundenbewertungen in den Katalogen?Frese: Auf unsere Internet-Seiten arbeiten wir bereits mit Holidaycheck zusammen. In unseren Katalogen drucken wir bisher nur eigene Bewertungen. Unser Schwesterunternehmen ITS hat sich entschlossen, Bewertungen auch in die Kataloge aufzunehmen. Wir haben das nicht vor. Zum einen gibt es Destinationen, in denen wir eine große Anzahl an Häusern anbieten, und häufig liegen uns hier nicht genügend Bewertungen vor. Außerdem geben die Kunden fast ausschließlich über die Reisebüros Rückmeldung. Interessanterweise sind Kunden, die über das Internet gebucht haben, mitteilungsbedürftiger als Reisebürokunden.
Gloobi: Hat das Bausteinsystem bei der wachsenden Zahl an dynamisch produzierten Reisen noch Zukunft?
Frese: Hundertprozentig ja. Ich rechne eher damit, dass die dynamischen Reisen irgendwann zu Bausteinreisen werden. Dynamische Angebote wählen immer die günstigsten Bestandteile. Der Preis ist allerdings nur ein Kriterium und keine Qualitätsaussage. Da gibt es Kunden, die ihren Urlaub mit zwei kleinen Kindern morgens um fünf antreten müssen, häufig erfahren sie auch die Flugzeit erst kurz vor der Abreise. Beim Bausteinsystem können die Kunden die Flugzeit aussuchen, das gleiche gilt für Transfer und Hotel. Deshalb sind Bausteinreisen in ihrer Kundenfreundlichkeit kaum zu überbieten. Dynamische Angebote sind zwar bei den Preisen transparenter, sie bieten aber keinen Qualitätsvergleich.
Das Interview führte Sandra Henoch
Zurück zu den News






