Kreuzfahrten in die Antarktis unterliegen strengen Regeln, denen sich die Reiseveranstalter freiwillig unterwerfen. Trotz der hohen Preise wollen immer mehr Menschen den Südkontinent besuchen.
ANTARKTIS:
Eisberge und Pinguine gucken
30. Dezember 2008 |
Faszination Antarktis: Immer mehr abenteuerlustige Reisende wollen zu einem der letzten unberührten Refugien der Erde, bevor die Eisberge schmelzen. Das Eiserlebnis ist teuer und die Plätze begrenzt - auch wegen der hohen Umweltauflagen.
Glitzernde Eisberge im ewig hellen Mittsommer, tagelang drückende Dunkelheit mit flackernden Südlichtern im Polarwinter und das ganze Jahr über eine unberechenbare See: Die Antarktis liefert ein mystisches Traumbild für Abenteurer, unerreichbar fern für die meisten.
Doch der Dornröschenschlaf des sechsten Kontinents ist längst vorbei seit Bilder von kalbenden Eisbergen und schmelzenden Refugien um die Welt gingen. Aufgeschreckt von der Vergänglichkeit der Natur und zivilisationsmüde im Allgemeinen streben Expeditionsreisende und Kreuzfahrer nach dem letzten weißen Flecken unseres Planeten - Endstation Antarktika!
Die 82 Forschungsstationen stellen das einzige menschliche Leben in der unwirtlichen Eiswüste. Ihre Nachbarn sind Pinguine, Robben, See-Elefanten, Seeleoparden, Skuas, Albatrosse und vorüberziehende Wale - und die Touristen, die aus Schlauchbooten hüpfen und mit höchster Bedachtsamkeit ihre Gummistiefel auf den Boden der letzten großen Wildnis setzen.
Den Traum vom Antarktisbesuch träumen längst nicht mehr nur Abenteurer und Entdecker wie Amundsen, Scott, Messner und Fuchs. An der großen weißen Eistorte haben 15 Länder ihren Anteil. Die meisten ihrer Schiffe laufen in Feuerland aus, steuern Südgeorgien, die südlichen Shetland- und Orkneyinseln oder die Falklandinseln an, umkreisen die Antarktische Halbinsel und überschreiten den südlichen Polarzirkel.
Der chilenische Veranstalter Antarctic Shipping sieht den regen Zulauf seiner internationalen Kundschaft in der Suche nach "etwas Neuem und Anderen, um ihre bisherigen Erfahrungen zu toppen", so Geschäftsführer Mauricio Retamales. "Außerdem kommen viele Besucher, weil sie hoffen, im Zuge der globalen Erwärmung, den letzten unberührten und unverfälschten Kontinent zu sehen."
So dürfen beispielsweise nie mehr als 100 Passagiere gleichzeitig auf den Kontinent, um die empfindliche Fauna und Flora nicht zu stören oder zu beschädigen. "Niemand darf mehr hinterlassen als Fußspuren", so Retamales. Auch auf Brut- und Schlafzeiten der Seevögel nehme man Rücksicht, weshalb die Passagiere nur zu ganz bestimmten Tageszeiten an Land gehen.
Die MS Fram aus der Flotte der Norwegischen Postschiffe kreuzt seit 2003 in Südpolarregionen. Die rege Nachfrage erforderte zwischenzeitig sogar den Einsatz eines zweiten Schiffs.
Geschäftsführer Sebastian Ahrens ist vor allem stolz auf die besondere Eiseignung seiner Schiffe: "Neben modernster Technik und Umweltschutzsystemen sind unsere Schiffe mit der höchsten Eisklasse für Passagierschiffe (E4) zertifiziert." Die Kreuzfahrer sollen neben dem Komfort einer 5-Sterne-Kreuzfahrt vor allem eine sichere Passage durchs Eis geboten bekommen.
Die Pflicht sieht er bei den Veranstaltern, die ihre Schiffe entsprechend ausstatten und ihre Passagiere ausreichend informieren müssen. Auf diese Weise hofft er, "werden aus Touristen Botschafter für den Umweltschutz." Der hohe Preis für eine solche Seereise hält zudem die Besucherschar überschaubar und auf dem Niveau einer einmaligen Reise.
Claudia Ottilie (srt)
Doch der Dornröschenschlaf des sechsten Kontinents ist längst vorbei seit Bilder von kalbenden Eisbergen und schmelzenden Refugien um die Welt gingen. Aufgeschreckt von der Vergänglichkeit der Natur und zivilisationsmüde im Allgemeinen streben Expeditionsreisende und Kreuzfahrer nach dem letzten weißen Flecken unseres Planeten - Endstation Antarktika!
Internationales Niemandsland der Wissenschaft
Der Südkontinent - ein Niemandsland, das niemandem gehören soll und gleichzeitig von 45 Staaten als Antarktisches System verwaltet wird. Es soll ein friedlicher Ort sein, der per internationalem Konsens nur zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt werden darf.Die 82 Forschungsstationen stellen das einzige menschliche Leben in der unwirtlichen Eiswüste. Ihre Nachbarn sind Pinguine, Robben, See-Elefanten, Seeleoparden, Skuas, Albatrosse und vorüberziehende Wale - und die Touristen, die aus Schlauchbooten hüpfen und mit höchster Bedachtsamkeit ihre Gummistiefel auf den Boden der letzten großen Wildnis setzen.
Ein Verband regelt den Zugang der Touristen
Das Geschäft mit dem Entdecker-Spielen boomt. Allein im vergangenen Jahr traten 17 neue Mitglieder der IAATO bei, einer Organisation, die den Tourismus in der Antarktis regelt. 97 Reiseveranstalter, Schifffahrtsgesellschaften, Forschungsgruppen und andere Organisationen operieren in diesem Verbund.Den Traum vom Antarktisbesuch träumen längst nicht mehr nur Abenteurer und Entdecker wie Amundsen, Scott, Messner und Fuchs. An der großen weißen Eistorte haben 15 Länder ihren Anteil. Die meisten ihrer Schiffe laufen in Feuerland aus, steuern Südgeorgien, die südlichen Shetland- und Orkneyinseln oder die Falklandinseln an, umkreisen die Antarktische Halbinsel und überschreiten den südlichen Polarzirkel.
30.000 Besucher in nur zwei Monaten
Mit Schlauchbooten, so genannten Zodiacs, werden die Passagiere zu Pinguinkolonien gebracht und durch bizarre Eiskanäle gefahren. In der Saison November 2006 bis Januar 2007 waren allein 4.000 Deutsche an Bord solcher Expeditionsreisen, 29.500 Besucher zählte die IAATO im gleichen Zeitraum insgesamt, viermal soviel wie vor zehn Jahren.Der chilenische Veranstalter Antarctic Shipping sieht den regen Zulauf seiner internationalen Kundschaft in der Suche nach "etwas Neuem und Anderen, um ihre bisherigen Erfahrungen zu toppen", so Geschäftsführer Mauricio Retamales. "Außerdem kommen viele Besucher, weil sie hoffen, im Zuge der globalen Erwärmung, den letzten unberührten und unverfälschten Kontinent zu sehen."
Mehr als 100 Passagiere dürften nicht gleichzeitig an Land
Der Antarctic Dream, wie auch das Schiff der Chilenen heißt, soll möglichst umweltbewusst gelebt werden. Darauf achtet auch die IAATO mit einem ganzen Regelwerk, auf das sich jeder Anbieter beruft, sowie man ihn auf die Umweltverträglichkeit seiner Schiffe oder der Reisen allgemein anspricht.So dürfen beispielsweise nie mehr als 100 Passagiere gleichzeitig auf den Kontinent, um die empfindliche Fauna und Flora nicht zu stören oder zu beschädigen. "Niemand darf mehr hinterlassen als Fußspuren", so Retamales. Auch auf Brut- und Schlafzeiten der Seevögel nehme man Rücksicht, weshalb die Passagiere nur zu ganz bestimmten Tageszeiten an Land gehen.
Tiere nur aus der Ferne beobachten
Auch bei Hurtigruten betont man, dass Expeditionsteilnehmer auf Abstand zu den Tieren gehalten werden und den strikten Zeitplan einhalten müssen, den die IAATO vorgibt. "Eine Expedition mit Anlandung und Rückfahrt zum Schiff darf nie länger als vier Stunden dauern, dann muss alles über die Bühne sein", so die Pressesprecherin. "Wir achten darauf, dass unsere Teilnehmer nichts mitnehmen und auch nichts hinterlassen, nicht mal ein Bonbonpapier."Die MS Fram aus der Flotte der Norwegischen Postschiffe kreuzt seit 2003 in Südpolarregionen. Die rege Nachfrage erforderte zwischenzeitig sogar den Einsatz eines zweiten Schiffs.
Drei deutsche Reedereien vor Ort
Auch drei deutsche Reedereien gehören zur IAATO. Hapag-Lloyd bietet bereits seit 1993 Kreuzfahrten mit der MS Hanseatic und der MS Bremen in den Gewässern südlich von Neuseeland, Australien und Feuerland an.Geschäftsführer Sebastian Ahrens ist vor allem stolz auf die besondere Eiseignung seiner Schiffe: "Neben modernster Technik und Umweltschutzsystemen sind unsere Schiffe mit der höchsten Eisklasse für Passagierschiffe (E4) zertifiziert." Die Kreuzfahrer sollen neben dem Komfort einer 5-Sterne-Kreuzfahrt vor allem eine sichere Passage durchs Eis geboten bekommen.
Kein Kontinent für Massentourismus
Trotz allem beobachtet man die touristische Entwicklung in der Antarktis sehr kritisch. "Die Antarktis ist kein Kontinent für Massentourismus", sagt Ahrens. "Die ökologischen Folgen eines Fehlverhaltens in einem so sensiblen Ökosystem können verheerend sein."Die Pflicht sieht er bei den Veranstaltern, die ihre Schiffe entsprechend ausstatten und ihre Passagiere ausreichend informieren müssen. Auf diese Weise hofft er, "werden aus Touristen Botschafter für den Umweltschutz." Der hohe Preis für eine solche Seereise hält zudem die Besucherschar überschaubar und auf dem Niveau einer einmaligen Reise.
Claudia Ottilie (srt)
Vom Reisefieber gepackt? Das Partnerreisebüro von Gloobi.de macht Ihnen ein unverbindliches Angebot oder ruft Sie kostenlos zurück.
Zurück zu den News












