06. Juli 2018 – 15:58
Diese Naturlandschaften sind jetzt Unesco-Welterbe
china
Foto: Office of the Leading Group for World Fanjingshan, China - Heritage Application of Tongren City

Insgesamt hat die UNO-Organisation 19 Orte neu zu Welterbestätten erklärt. Das Gros machen dabei Kulturstätten aus. Doch auch sechs faszinierende Naturlandschaften sind dabei, von denen drei sowohl wegen ihrer Bedeutung als Naturraum als auch für ihren kulturellen Wert dekoriert wurden.

Suedafrika Toriny Ferrar

Foto: Toriny Ferrar/Unesco

Barberton-Makhonjwa-Berge, Südafrika
Die Region im Nordosten Südafrikas beheimatet 40 Prozent des sogenannten Barberton Greenstone Belt, eines der weltweit ältesten Gebirge. Hier finden sich die herausragend erhaltene vulkanische und sedimentäre Gesteine, die mehr als drei Milliarden Jahre alt sind. Auch Meteoritengestein, das aus der Entstehungszeit der Erde stammt und damit nochmals rund eine Milliarde Jahre älter ist, lässt sich hier finden.

Frankreich Dennis Pourcher

Foto: Dennis Pourcher/Unesco

Chaine des Puys - Limagne fault tectonic arena, Frankreich
Die vulkanische Landschaft setzt sich aus etwa 80 erloschenen Vulkankegeln zusammen und wird durch den Limagne-Graben im Osten und das Tal der Sioule im Westen begrenzt. Diese kontinentale Grabenbruchzone formte sich nach der Entstehung der Alpen vor rund 35 Millionen Jahren. Hier sind verschiedene Formen des Vulkanismus ebenso gut zu erkennen wie unterschiedliche Eruptionsformen, Lavaformen und Erosionszustände.

China Li Guiyun

Foto: Li Guiyun/Unesco

Fanjingshan, China
Fanjingshan befindet sich in den Wuling-Bergen Provinz Guizhou im Südwesten des Landes. Der Fanjingshan ist der mit 2.572 Metern der höchste Berg der Region. Sie entstand im Tertiär, also dem älteren Abschnitt der Erdneuzeit, der vor 65 Millionen Jahren einsetzte, und besteht hauptsächlich aus Karstgebieten. Die Isolation dieser Landschaft hat zu endemischen Arten geführt, etwa der Fanjingshan-Tanne oder dem Guizhou-Stumpfnasenaffen oder auch dem chinesischen Riesensalamander. Nicht zuletzt verfügt die Gegend über den größten subtropischen Buchen-Urwald der Welt.

Kolumbien Jorge Mario Álvarez Arango

Foto: Jorge Mario Álvarez Arango/Unesco

Chiribiquete-Nationalpark, Kolumbien
Der Chiribiquete-Nationalpark liegt im Nordwesten des kolumbianischen Amazonasgebietes und ist das grösste Naturschutzgebiet des Landes. Benannt ist der Park nach der Tafelberg-Landschaft Serranía de Chiribiquete, die den Park prägt. Die früheren Bewohner hinterließen über 75.000 Felsmalereien, die mehr als 20.000 Jahre alt sind. Sie wurden vermutlich zur Ehrung des Jaguars angefertigt, der als Symbol für Macht und Fruchtbarkeit galt. Gezeichnet wurden Jagdszenen, Schlachten, Tänze und Zeremonien. Für die indigenen Bewohner ist dieser Ort heilig. Der Nationalpark ist sowohl Weltkultur- als auch -naturerbe.

Kanada Pimachiowin Aki

Foto: Pimachiowin Aki/Unesco

Pimachiowin Aki, Kanada
Das gilt auch für Pimachiowin Aki. Der Begriff bedeutet: Das Land, das Leben schenkt. Besucher finden eine von Flüssen, Seen und Sumpfgebieten durchzogene Waldlandschaft vor. Ein Teil davon gehört zum Lebensort der Anishinaabeg, eines indigenen Volkes, das sich vom Fischen, Jagen und Sammeln ernährt. Pimachiowin Aki ist ein herausragendes Beispiel für die kulturelle Tradition des Landerhalts. Sie macht es sich zur Maxime, die Gaben des Schöpfers zu ehren, alle Formen des Lebens zu respektieren und harmonische Beziehungen untereinander zu pflegen. Ein komplexes Netzwerk aus Siedlungsgebieten, Reiserouten und zeremoniellen Stätten, die oft durch Wasserwege verbunden sind, verdeutlicht diese Tradition.

Mexiko Diana Hernandez

Foto: Diana Hernandez/Unesco

Tehuacán-Cuicatlán-Tal, Mexiko
Die dritte sogenannte Mixed Site, das Tal von Tehuacán-Cuicatlán, ist die Heimat der weltweit dichtesten Säulenkaktus-Wälder. Das Biosphärenreservat besteht aus einem komplexen System von Gebirgsketten und Tälern und hat verschiedene Ökosysteme hervorgebracht. Das Tal biete eine große Artenvielfalt und eine geschichtsträchtige Kultur. Unter anderem zeichnet sich das Tal durch ein aussergewöhnliches Wassermanagementsystem aus Kanälen, Brunnen und Staudämmen aus. Sie verdeutlichen die frühzeitliche Existenz von landwirtschaftlicher Planung.

 

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