31. August 2017 – 17:32
Mallorca verdoppelt die Ecotasa, Industrievertreter üben Kritik
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Mallorcas Haauptstadt Palma – Foto: Wikipedia/www.foto-tw.de

Nun steht es fest: Die Touristensteuer auf Mallorca wird im nächsten Jahr verdoppelt. Das kündigte der balearische Tourismusminister und Vizepräsident Biel Barceló gemeinsam mit Finanzministerin Catalina Cladera am Donnerstag an. Im Haushalt für das neue Jahr könnten dadurch Gesamteinnahmen aus der Ecotasa in Höhe von insgesamt 120 Millionen Euro veranschlagt werden. Gestützt wird der Beschluss von den Parteien der Linksregierung – Més per Mallorca und der PSOE sowie der Protestpartei Podemos. Das Gesetz soll im Januar in Kraft treten. Damit steigt der Tagessatz in Fünf-Sterne-Hotels von bislang zwei auf vier Euro. In der günstigsten Kategorie wird statt 50 Cent pro Tag ein Euro berechnet. Auch von sämtlichen Kreuzfahrtpassagieren wird die Steuer künftig kassiert. Bislang waren Gäste mit Aufenthalten von weniger als zwölf Stunden im Hafen davon ausgenommen.

Angesichts der vollen Betten auf Mallorca in diesem Jahr befürchtet die Regierung offenbar nicht, dass sich die Erhöhung negativ auf die Nachfrage auswirkt. Barceló verweist darauf, dass man schließlich auch keinen Besucherrückgang infolge der Einführung der Steuer im vergangenen Jahr festgestellt habe. Die Auslastung der Hotels sei im Gegenteil um 3,5 Prozentpunkte auf 79,1 Prozent gestiegen und auch die Ausgaben der Touristen hätten zugelegt. Die Abgabe sei wichtig, um mit Hilfe von Nachhaltigkeitsprojekten die Folgen des Tourismus auf die Umwelt zu kompensieren, so der Minister.

Fast schon reflexhaft erfolgte die Reaktion der Industrie auf die Ankündigung. Nach Angaben der "Mallorca Zeitung" erklärte Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser, eine höhere Touristensteuer bedeute Mehrkosten für die Reisenden, die sich dann bei gleichwertigen Angeboten für eine andere Destination entscheiden könnten. Dies sei insbesondere im Fall von Familien denkbar. Eine höhere Abgabe werde "Folgen für die Kunden, die Unternehmen und die Destination selbst haben“, zitiert das Blatt den Konzernchef. Auch Inma de Benito, die Präsidentin des mallorquinischen Hoteliersverbandes,kritisierte die Entscheidung als "miserabel“. Eine höhere Abgabe könne Urlauber "in großer Zahl abschrecken, und das nicht nur in der Hauptsaison“. Zudem verfügten die Urlauber angesichts des daraus resultierenden Preisanstiegs über weniger Kaufkraft, was für die Gastronomie und den Einzelhandel nachteilig sei.