11. August 2017 – 15:37
Provisions-Check: Die wichtigsten Änderungen im Überblick
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Mit DER Touristik hat nun auch der letzte der großen Veranstalter seine Vertriebskonditionen für das Geschäftsjahr 2017/18 veröffentlicht. Dass die Touristiksparte der Rewe Group damit erst im August herausrückt, hat Tradition. Das Unternehmen begründet den späten Termin damit, dass die Provision bei ihm anhand des Buchungstermins und nicht wie bei anderen Anbietern anhand des Abreisetermins berechnet und ausgezahlt wird. Deshalb gilt das neue Modell bei ihm erst für Buchungen vom Stichtag erster November an. Die FTI Group, die ihre neuen Konditionen ebenfalls erst in der vergangenen Woche veröffentlichte, weil dann erst die Übernahme des Luxusveranstalters Windrose unter Dach und Fach war, gleicht das durch eine Sonderregelung aus. Sie berechnet alle Buchungen aus den Winterkatalogen, die vor der Veröffentlichung der neuen Konditionen abgeschlossen wurden, noch nach dem alten Modell.

FTI ist zusammen mit Schauinsland Reisen wohl auch derjenige Veranstalter, bei dem sich die Reisebüros auf die stärksten Veränderungen einstellen müssen. Die beiden Veranstalter, die in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen sind, hoben die Umsatzhürden zum Erreichen der Staffelprovisionen an. Das ist in wachstumsstarken Phasen schon lange gängige Praxis. Denn je mehr Reisebüros immer höhere Umsätze erzielen, desto stärker steigen die Vertriebskosten. Das drückt auf die Marge oder treibt angesichts ohnehin schwacher Margen die Preise in die Höhe. Gleichwohl: Für die Reisebüros beinhalten höhere Umsatzgrenzen stets das Risiko, dass der Provisionssatz im nächsten Jahr niedriger liegt. Die neuen Konditionen im Überblick:

TUI: Riu und Gebeco werden Value-Umsatz. Das ist aus der Sicht des Counters die gute Nachricht. Sämtliche Riu-Hotels und alle Gebeco-Produktlinien zählen neu zum so genannten Value-Umsatz, der für die Leistungsprovision entscheidend ist. Allerdings müssen die Reisebüros ihren Value-Anteil gegenüber dem Vorjahr um mindestens fünf Prozentpunkte steigern, um auf dasselbe Leistungsprovisionsniveau zu gelangen wie bisher. Beim so genannten Wachstumsincentive wird die Hürde dagegen von fünf auf drei Prozent abgesenkt. Die bittere Pile kommt von der Kreuzfahrttochter Tui Cruises: Für den Fluganteil im Kreuzfahrtarrangement zahlt sie nicht mehr die volle Provision, sondern nur noch eine Fixprovision von acht Prozent.

DER Touristik: Systematik vereinheitlicht. Insgesamt werde es leichter, mit den DER-Touristik-Marken gutes Geld zu verdienen, versichert die Rewe-Touristiksparte. Basis für die Provisionsberechnung ist künftig ausschließlich der mit den DER-Touristik-Marken erzielte Gesamtumsatz. Um zehn Prozent Grundprovision zu erhalten, müssen Agenturen nach wie vor 150.000 Euro mit den Konzernmarken umsetzen. Reisebüros, die den Vorjahresumsatz erreichen und mindestens 15.000 Euro mit den DER-Touristik-Hotelmarken umsetzen, erhalten darüber hinaus einen Bonus von 0,4 Prozent. Agenturen, die den Vorjahresumsatz um mindestens fünf Prozent übertreffen und mehr als 30.000 Euro mit den DER-Hotels machen, kassieren 0,9 Prozent zusätzlich. Im Gegenzug für den Wegfall der Einzelboni für Köln und Frankfurt wurden der Bonus für Buchungen der konzerneigenen Hotellerie als auch die Provisionssätze innerhalb der einzelnen Umsatz- und Wachstumsstufen erhöht.

Thomas Cook: Öger Tours statt Aldiana. Der Türkei-Spezialist zählt bei der Berechnung des Gesamtumsatzes für die Provisionsstaffel mit. Allerdings fallen dafür die bisher angerechneten Aldiana-Buchungen weg. Erleichtern soll es den Reisebüros die Arbeit dennch. Denn der Öger-Umsatz sei ungefähr doppelt so hoch wie der von Aldiana, heißt es aus Oberursel. Zusätzlich senkt Öger Tours die Schwelle, ab der es zehn Prozent Provision gibt, von 35.000 auf 20.000 Euro.

FTI: Höhere Umsatzstufen. Um zehn Prozent zu erreichen, müssen Reisebüros dann nicht mehr 75.000, sondern 100.000 Euro mit den Veranstaltern der FTI-Gruppe umsetzen. Die Schwelle, um elf Prozent zu erhalten, klettert von 200.000 auf 250.000 Euro. Und für die höchste Stufe sind dann nicht mehr 400.000 , sondern 500.000 Euro Jahresumsatz erforderlich. Dafür zählen nun die Buchungen für die neue FTI-Tochter Windrose mit.

Alltours: Alles wie gehabt. Der Veranstalter lässt das seit zwei Jahren gültige Vergütungsmodell im neuen Geschäftsjahr unverändert weiterlaufen. Einzelbüros im stationären Vertrieb erhalten demnach weiterhin von der ersten Buchung an eine Provision von zehn Prozent. Hinzu kommen leistungsbezogene Staffelprovisionen zwischen 0,25 und drei Prozent.

Schauinsland Reisen: Größere Hürden. Weiterhin gibt es von der ersten Buchung an zehn Prozent Provision, die nächste Stufe von 10,7 Prozent erreichen Reisebüros nun aber erst ab 75.000 Euro Jahresumsatz statt wie bisher ab 50.000 Euro. Auch die weiteren Staffeln werden um jeweils 25.000 Euro angehoben. Für das Maximum von 13 Prozent muss der Umsatz mindestens 375.000 Euro betragen. Der Veranstalter legt sein Modell erneut für zwei Jahre fest.

Christian Schmicke

17. November 2017 – 01:55
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