16. Juni 2017 – 12:55
Reisebüros fühlen sich von Airberlin im Stich gelassen und steuern um
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Foto: Fotografiewiese

Die Turbulenzen bei Airberlin verursachen im stationären Vertrieb jede Menge zusätzliche Arbeit und erhöhen den Beratungsbedarf deutlich. Das ist das Ergebnis einer exklusiven Umfrage für Gloobi, an der sich rund 200 Reisebüros beteiligten. Knapp die Hälfte der befragten Vertriebsprofis erklärt, die Flugausfälle und Verspätungen verursachten in ihrem Büro viel zusätzliche Arbeit. Bei einem weiteren Drittel fällt etwas mehr Arbeit an. 55 Prozent der Teilnehmer sagen, zahlreiche Kunden seien verunsichert, 31 Prozent geben an, dass lediglich einige Kunden Anzeichen von Verunsicherung zeigten.

Weniger Buchungen. Auch das Buchungsverhalten hat sich angesichts der Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Wochen verändert. 43 Prozent der Expedienten erklären, ihre Kunden buchten nun seltener Airberlin-Flüge. Bei 45 Prozent beschränken sich die Buchungen jetzt auf Pauschalreisen, bei denen die Kunden und ihr Geld besser abgesichert sind als bei Einzelplatzbuchungen.

Jeweils die Hälfte der Reiseprofis rät Kunden dazu, auf andere Airlines auszuweichen oder die Fluggesellschaft nur noch im Rahmen von Pauschalarrangements zu buchen. In Kommentaren geben viele Teilnehmer an, die buchten Airberlin nur noch, wenn es auf der jeweiligen Strecke keine Alternative dazu gebe. Nur elf Prozent sagen ihren Kunden, sie könnten Airberlin-Flüge weiterhin unbesorgt buchen.

Selbst ohne Einschränkungen mit der angeschlagenen Airline verreisen würden nur 16 Prozent der Befragten. 44 Prozent würden dies ausschließlich im Rahmen von Veranstalterpaketen tun und 34 Prozent ausschließlich kurzfristig.

Lange Wartezeiten bei der Hotline. In Kommentaren kritisieren die Reisebüros zudem lange Wartezeiten und mangelnde Kompetenz in den Servicezentren des Carriers. Ein Expedient berichtet von bis zu zwei Stunden in der Warteschleife. "Bei Verschiebungen und Ausfällen muss ich bei telefonischen Rückfragen mit einer Wartedauer in der Hotline von bis zu zwei Stunden rechnen, um dann am anderen Ende der Leitung einen Mitarbeiter anzutreffen, der ein unverständliches Deutsch spricht und dem ich darüber hinaus noch seinen Job erklären muss", klagt ein Reisebüromitarbeiter.

Christian Schmicke