26. April 2017 – 15:04
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Wer in der Reiseindustrie etwa werden will, braucht immer öfter einen Hochschulabschluss. Der wird mittlerweile in jeder zweiten Stellenanzeige von touristischen Unternehmen gefordert, zeigt eine Auswertung des Metasearchers Joblift. Laut der Karriereseite schrieb die Branche in Deutschland im vergangenen Jahr 217.000 Stellen online aus. Bei 44 Prozent war ein Bachelor-Abschluss gefragt, weitere fünf Prozent forderten sogar einen Master. 46 Prozent begnügten sich mit einer Fachausbildung, nur fünf Prozent richteten sich an ungelernte Kräfte.

Die Hotellerie und Gastronomie sucht die meisten Leute. Mit immerhin 179.500 Stellenangeboten machen sie rund 83 Prozent aller Offerten aus. Besonders begehrt sind Köche, von denen 27.500 gesucht wurden. In Restaurants fehlten 14.400 Servicekräfte, an der Hotelrezeption noch 8.400 Empfangsmitarbeiter.

Auch die boomende Kreuzfahrtbranche tut sich schwer, freie Stellen zu besetzen. Ihre Anzeigen bleiben im Durchschnitt einen Monat lang online – und damit am längsten. Die Reedereien schrieben im vergangenen Jahr 4.300 Stellen aus. Mit über 3.000 Stellenanzeigen nahm der Bedarf im Busreisegeschäft prozentual am stärksten zu. Die Luftfahrt bleibt zwar mit 7.300 Stellenanzeigen das zweitgrößte suchende Segment der Reiseindustrie, die Zahl legte aber kaum noch zu.

 

26. April 2017 – 15:00
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Die Strandabschnitte südlich der Inselhauptstadt Las Palmas, die gesperrt wurden, nachdem eine Fähre gegen die Hafenmole gefahren war, sind wieder geöffnet. Nach Angaben der Inselregierung besteht für die Umwelt, und damit auch für Badegäste an den betroffenen Stränden, keine Gefahr mehr. Sie waren gesperrt worden, weil die "Volcan de Tamasite“ der Reederei Naviera Armas bei der Kollision Versorgungsleitungen im Hafen beschädigte, wodurch rund 60.000 Liter Dieselöl austraten. Etwa die Hälfte der Menge habe sofort aufgesogen werden können, berichten spanische Medien. Der Rest bildete zunächst einen rund drei Kilometer langen Ölteppich. Der Dieselkraftsoff sei mittlerweile von Spezialschiffen eingesammelt worden, ein Teil davon sei verdampft, heißt es nun. Weder der rund 20 Kilometer lange Küstenstreifen südlich der Hauptstadt sei, wie ursprünglich befürchtet, in Mitleidenschaft gezogen worden, noch die Meerwasserentsalzungsanlagen zur Trinkwassergewinnung.

Ein Video von der Kollision finden Sie hier.

Christian Schmicke

26. April 2017 – 13:48

Zu diesem Ergebnis gelangt die Feedback-Plattform Trust you auf der Basis einer Studie, in die 90 Millionen Bewertungen von 600.000 Hotels einflossen. Demnach stieg das Volumen der Bewertungen von 2014 auf 2015 noch um 15 Prozent. Im Folgejahr war dagegen fast kein Zuwachs mehr festzustellen. Offenbar hat das Bedürfnis der Gäste, ihre Erfahrungen an andere weiterzugeben, seinen Zenit erreicht.

Stabil präsentiert sich unterdessen auch das Verhältnis von positiven zu negativen Bewertungen. Dabei machen negative Urteile lediglich einen Anteil von 15 Prozent aus. Am häufigsten positiv hervorgehoben werden die Lage und der Service von Hotels, weniger gut schneiden im Vergleich dazu die Zimmer und der Komfort ab.

26. April 2017 – 13:15
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Fluggastportale verkaufen sich gerne als Verbraucherschützer. Doch das ist nicht ihre Motivation. Es geht um viel Geld, etwa eine dreiviertel Milliarde Euro, die von Verspätungen und Flugausfällen betroffenen Passagieren nach Recht und Gesetz zusteht. Das Eintreiben dieser Entschädigungszahlungen ist ein Riesengeschäft. Reisebüros können daran mitverdienen und ihren Kunden dabei was Gutes tun.

Nicht jeder kennt seine Rechte

Viele Passagiere wissen gar nicht, dass sie Anspruch auf Entschädigung haben. Dabei ist das Recht eindeutig: Ist ein Flugzeug in der EU mehr als drei Stunden verspätet, überbucht oder fällt ganz aus, wird eine Entschädigung fällig. Die Höhe hängt von der Entfernung ab und liegt zwischen 250 und 600 Euro.

Doch viele Airlines ignorieren dieses Recht und lassen ihre Kunden auflaufen. Das ist die Basis der Fluggastportale, die daraus ein einträgliches Geschäftsmodell entwickelt haben. Jetzt entdecken sie Reisebüros als Partner, wenn es darum geht, unwissende Passagiere aufzuklären und zu gewinnen. Denn die Agenturen haben die Kunden.

Reisebüros erhalten eine Vergütung

Das Reise vor9 Magazin hat acht Fluggastportale befragt, die mit Reisebüros zusammenarbeiten. Einige haben Rahmenvereinbarungen mit Ketten und Kooperationen, manche Affiliate-Programme für B2B-Partner oder sogar White-Label-Tools für Reiseportale. Für die Vermittlung betroffener Passagiere geben die Fluggastportale einen Teil ihrer Erfolgsprovision, die meist 30 Prozent der Entschädigungssumme beträgt, an die Reisebüros weiter:

EU Claim will demnächst ein Partnerprogramm für Reisebüros starten. Agenturen bekommen dann einen Vertrag, und es wird ein Link konfiguriert, den sie an ihre betroffenen Kunden weitergeben können. Für die Vermittlung erhalten Reisebüros eine Vergütung, die quartalsweise ausgezahlt wird.

EUflight kündigt ein Affiliate-System an, das Reisebüros nutzen können. In Vorbereitung ist zudem die Integration einer Eingabemaske auf einem großen deutschen Reiseportal. Reisebüros erhalten je nach Entschädigung zwischen 15 und 40 Euro für die Vermittlung pro Fluggast.

Fair Plane hat in Deutschland Rahmenvereinbarungen mit Schmetterling, TUI Take off und vielen Einzelbüros. Bei gelegentlichen Fällen reicht für Reisebüros ein einfacher Koop-Vertrag. Die Vergütung für Reisebüros ist gestaffelt und abhängig vom Volumen. Gezahlt wird nach Abschluss eines Verfahrens. Fair Plane hilft Reisebüros auch bei Erstattungen.

Flightright bietet seit kurzen seinen Service auch Reisebüros an, die sich über eine B2B-Seite anmelden können. Für jeden Fall wird ein personalisierte Link generiert, der vom Reisebüro an den betroffenen Kunden weitergegeben wird. Flightright zahlt bei erfolgreicher Durchsetzung einer Entschädigung eine Vergütung. Details dazu werden in einem Vertrag geregelt.

Flugrecht kooperiert mit rund 200 Reisebüros. Die Agenturen bekommen einen Vertrag und einen individualisierten Link, den sie an ihre Kunden weitergeben. Auf dieser Landing Page kann auch das Reisebüro-Logo platziert werden. Für die Vermittlung erhalten sie einen Festbetrag nach erfolgreichem Abschluss des Falls.

Flug-verspätet testet gerade die Zusammenarbeit mit Reisebüros in Deutschland. In anderen Ländern läuft die Kooperation mit Flugportalen und Online-Reisebüros bereits. Die Agenturen werden prozentual am Erfolgshonorar von Flug-verspätet beteiligt. Die Höhe hängt von der Zahl der vermittelten Fälle und vom Kundenprofil ab.

Passengers Friend arbeitet mit mehr als 1.000 Reisebüros zusammen und hat Vereinbarungen mit TSS, DER, LCC und Schmetterling. Die Ansprüche der betroffenen Passagiere werden über das Reisebüro ausgeschüttet, das nach Abschluss des Falls im Folgemonat eine Vergütung von sieben Prozent (inklusive MwSt.) erhält.

Refund.me bietet Reisebüros über ein B2B-Portal Zugang zu Reportings, und sie können den Bearbeitungsstand einzelner Fälle abfragen. Konditionen für die Zusammenarbeit werden individuell verhandelt.

Mehr über Fluggastportale, die Zusammenarbeit mit Reisebüros, die Kontaktdaten sowie ein Interview mit Luftverkehrsrechtsexperte Ronald Schmid lesen Sie im aktuellen Reise vor9 Magazin.

Thomas Hartung

Fluggastportale werben um Reisebüros
25. April 2017 – 17:33
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Jetzt versucht er es also noch einmal mit dem Ruhestand. Geske, seit zwei Jahren Geschäftsführer Yieldmanagement und Produkt für die deutschsprachigen Märkte, zieht sich aus der Geschäftsführung von Thomas Cook in Oberursel zurück. Das hatte der 63-Jährige 2015, damals als Geschäftsführer der Cook-Marke Bucher, schon einmal versucht. Doch nach dem Abgang des damaligen Deutschland-Chefs Michael Tenzer holte der Konzern Geske zurück.

Nun hat der unternehmensintern unter dem Spitznamen Günni firmierende Manager mit ausgeprägtem Hang zu deutlichen Formulierungen wohl endgültig genug – jedenfalls fast. Denn laut Deutschland-Chefin Stefanie Berk soll Geske "das Unternehmen weiterhin bei strategischen Projekten beratend begleiten". Geskes bisherige Aufgaben in der Geschäftsführung übernimmt Berk selbst. Damit berichten auch die Geschäftsführer der Tochtergesellschaften Bucher, Öger Tours und Tour vital direkt an sie.

25. April 2017 – 13:40
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Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat eine Stichprobe bei zwölf Fluggesellschaften gemacht. Demnach kosten Namenskorrekturen bei Tickets von gar nichts bis 160 Euro. Kundenunfreundlich zeigt sich Emirates und droht mit Stornogebühren und dem Kauf eines neuen Tickets "zu den jeweiligen Preisen". Lufthansa begleicht kleine Fehler bis 24 Stunden nach der Buchung sowie bis zu zwei Buchstaben und Dreher von Vor- und Nachname auch danach kostenlos. Bei größeren Abweichungen müssen die Flüge aber ebenfalls gegen Gebühr und zu aktuellen Preisen storniert und neu gebucht werden.

Iberia verbessert bis zu zwei Buchstaben kostenlos, darüber hinaus werden 30 Euro fällig. Airberlin erhöht auf drei Buchstaben, die telefonisch geändert werden können. Bei Namensänderungen wegen Scheidung, Heirat und Adoption müssen die Passagiere eine entsprechende Urkunde vorweisen. Drei Buchstaben gewähren auch Tuifly und Eurowings sowie Ryanair. Sind es mehr, bittet Eurowings mit 65 Euro auf Kurz- und Mittelstreckenflügen sowie 120 Euro auf der Langstrecke zur Kasse, zuzüglich der Differenz zum aktuellen Flugpreis. Tuifly stellt eine "Einzelfallprüfung" in Aussicht und entscheidet dann, ob die Änderung gratis oder gebührenpflichtig erfolgt. Ryanair zockt für mehr als drei Buchstaben online 110 Euro ab, bei Nachbesserungen am Flughafen oder per Call-Center sogar 160 Euro. Bis 24 Stunden nach Abschluss der Buchung über die Webseite sind Fehlerbeseitigungen gratis.

Kundenfreundlicher sind Easyjet, KLM und Condor. Drei Buchstaben können bei Easyjet online und am Airport berichtigt werden, um größere Baustellen kümmert sich das Kundencenter – kostenlos. KLM hat zwei Gratis-Varianten: Die Passagiere können die Änderungen auf der Webseite selber vornehmen oder über die sozialen Medien das Servicecenter kontaktieren. Bei Condor richtet sich der Preis nach dem gebuchten Tarif. In "Light" ist keine Korrektur möglich, in "Classic" kostet sie 50 Euro und in "Flex" gibt es sie umsonst. (SF)

25. April 2017 – 12:09

Nach einem Bericht der britischen "Times" denkt die US-Regierung daran, das Verbot von Laptops, Tablets und anderen größeren elektronischen Geräten im Handgepäck von Fluggästen auf Flüge von europäischen Airports auszuweiten. Bislang sind von der im März getroffenen Regelung der Trump-Regierung zehn Flughäfen betroffen, die überwiegend im Nahen Osten und in Nordafrika liegen. Die "Times" beruft sich in ihrem Artikel auf britische Sicherheitskreise und ergänzt, mehrere gut informierte Quellen hätten entsprechende Überlegungen der US-Administration bestätigt. Ein Insider wird mit der Bemerkung zitiert, wie bei allen Maßnahmen der amerikanischen Präsidenten Donald Trump gebe es widersprüchliche Aussagen dazu, was wo und wann passieren werde. Ein Sprecher der US-Regierung erklärte gegenüber der britischen Tageszeitung, eine Entscheidung zu diesem Thema sei noch nicht getroffen, liege aber nicht mehr in weiter Ferne.

24. April 2017 – 21:51
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Rund tausend Zugriffe von Reisebüros auf das Ancillary-Tool "Cook-and-Book" registriert Christian Funk jeden Tag. Noch weit weg von seinem Ziel, das zehnmal so hoch liegt. Den Grund für die Zurückhaltung versteht der Direktor Group Ancillaries bei Thomas Cook nicht ganz. Die Bedienung sei denkbar einfach und es gibt die volle Provision auf alles, was damit hinzu gebucht wird.

Reisebüros haben Vorurteile

Viele Reisebüros hätten Vorurteile gegen Zusatzverkäufe. "Ihr seid gierig und tragt das auf unserem Rücken aus" sei eines davon, sagt Funk. Und, dass Ancillaries alles nur kompliziert machen. Schließlich glaubt der Cook-Manager, dass viele Expedienten Angst davor hätten, es könnte dem Kunden zu teuer werden und er würde Nein sagen.

Doch dies sei unbegründet, wie das Feedback von Kunden zeige. Immerhin 15 Prozent aller Reisebürokunden sagen, sie buchen immer eine Sitzplatzreservierung. Weitere 27 Prozent ab und zu. Zehn Prozent gönnen sich immer ein Privattransfer, 21 Prozent manchmal. Jeweils sieben Prozent stehen auf Menü-Bestellung oder Flug-Upgrades. Das Potenzial dahinter liegt bei beidem über 20 Prozent.

Ancillaries sind keine Ladenhüter

Es sei also keineswegs so, dass Reisebüros ihren Kunden etwas andrehen würden, was die gar nicht haben wollten. Im Gegenteil: Befragungen zeigten, dass etwa Kunden mit einer Sitzplatzreservierung um 14 Prozent zufriedener sind als die ohne. Es gibt sogar Stimmen wie diese: "Sitzplatzreservierung wurde weder vom Reisebüro noch von der App angeboten. Haben deshalb 11 Stunden im Flieger voneinander getrennt sitzen müssen." Die Bewertung des ganzen Urlaubs: Null von zehn Punkten. "Wir sitzen hier in einem Boot", sagt Funk.

Mit Cook-and-Book hätten Reisebüros nun ein Werkzeug, das diese Verkäufe leicht mache. Aber der Vertrieb müsse es auch annehmen. "Die Reisebüros müssen raus aus der Komfortzone." Sie hätten eine Bringschuld gegenüber ihren Kunden, die diesen Service erwarte. Wenn ein Reisebüro keine Sitzplatzreservierung anbiete, übernehme das der Kunde im Internet selbst.

Sitzplatzreservierung am meisten gefragt

Ancillaries werden heute vom Kunden erwartet, ist Thomas-Cook-Vertriebschef Carsten Seeliger überzeugt. "Zusatzverkäufe sind ein Megathema für die nächsten Jahre", sagt er. Die Airlines hätten es vorgemacht. Die Einnahmen aus Ancillary-Verkäufen liegen bei einer Dreiviertelmilliarde Dollar und nähern sich zehn Prozent des gesamten Airline-Umsatzes. Der Wunsch zum individualisierten Massenprodukt habe längst andere Bereiche erreicht. Kunden könnten ihre Sportschuhe in jeder gewünschten Farbkombination bestellen und sogar Cola-Flaschen mit ihrem Namen drauf ordern.

Bei Pauschalreisen steckt dies noch in den Anfängen, die Einnahmen aus Zusatzgeschäften sind bescheidener. Zahlen wollen Seeliger und Funk hier nicht nennen, aber einen Einblick in die Verteilung geben. Bei Thomas Cook in Deutschland bringen Sitzplatzreservierungen 41 Prozent des Cook-and-Book-Kuchens, Upgrades für den Flug 16 Prozent und Mahlzeiten acht Prozent. Transfers machen elf Prozent aus. Ausflüge vor Ort spielen dagegen noch kaum eine Rolle.

Thomas Hartung

24. April 2017 – 20:40
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Mit rund 15.000 Gästen hat der australische Veranstalter mit dem schwierigen Namen zwar hierzulande schon Fuß gefasst, aber das reicht CEO James Thornton nicht. Er sieht für den Anbieter von Erlebnisreisen in Deutschland ein "riesiges Potenzial". Dabei setzt der Chef auf die Zusammenarbeit mit FTI und die Reisebüros. Mit FTI gibt es einen Cover-Katalog und die Trips sind über Toma buchbar. Direkt auf der Intrepid-Seite mit Login buchen bereits rund tausend Agenturen. Sie erhalten zehn Prozent Provision. Zusammen kommen so zwei Drittel der Buchungen zusammen. Den Rest verkauft Intrepid selbst.

Nachhaltige Reiseerlebnisse in jeder Beziehung

Intrepid bedeutet soviel wie unerschrocken. Das müssen Teilnehmer natürlich nicht sein, auch wenn es unterwegs manchmal abenteuerlich wird. Was Kunden erwartet, sind authentische Erlebnisse in internationalen Gruppen mit eigenen lokalen Reiseleitern. Denn Intrepid ist in 17 Ländern mit eigenen Destination Management Companies, kurz DMCs, aktiv. Rund 1.100 der insgesamt 1.600 Mitarbeiter arbeiten in den Zielgebieten. Intrepid hat 100 Länder im Programm, allerdings jeweils nur die Landleistungen. Flüge müssen selbst dazu gebucht werden.

Intrepid-Kreuzfahrten der anderen Art

Das gilt auch für die ersten eigenen Kreuzfahrten, die dieses Jahr in Kroatien beginnen. Dazu hat der Veranstalter ein eigenes Schiff gechartert. Die "Royal Eleganca" hat Platz für 50 Passagiere und pendelt im Wochenturnus zwischen Dubrovnik und Split. Im Vordergrund der Adventure Cruises steht dabei das Erlebnis an Land. Verträge für weitere Schiffe in Griechenland, Spanien, Kuba und Island sind schon unterschrieben. Sie sollen nach dem gleichen Konzept betrieben werden.

CO2-Ausgleich für alle Programme

Auch Nachhaltigkeit hat sich Intrepid auf die Fahnen geschrieben. So hat sich die Firma dem United Nations Global Compact angeschlossen, mit dem sie sich etwa zu Umweltschutz, Einhaltung der Arbeitsstandards und zur Korruptionsbekämpfung verpflichtet. Bei der Zusammenstellung der Reisen wird darauf geachtet, den sogenannte ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Was an CO2-Belastung durch Transport, Übernachtung und Abfall übrig bleibt, gleicht der Veranstalter durch eine Abgabe aus.

Flirt mit Tui hat nicht geklappt

Die Intrepid Group steht für rund 300.000 Teilnehmer und 200 Millionen Euro Umsatz, so Chef Thornton – und wieder für Unabhängigkeit. Denn für vier Jahre war Tui Mehrheitsgesellschafter. Doch die Denkweise von Tui und den Gründern sei zu verschieden gewesen, sagt Thornton, der seit zwölf Jahren an Bord ist. "Tui wollte in erster Linie Gewinn erwirtschaften, wir neue Märkte erschließen und Marken etablieren." Deshalb kauften die Gründer vor zwei Jahren ihre Anteile wieder zurück. "Seitdem sind wir um 20 Prozent gewachsen."

Marken für Junge und Alte im Anflug

Intrepid ist die Kernmarke der Gruppe, doch damit erreicht Thornton nur eine begrenzte Zielgruppe. "Wir wollen den Reisenden für immer", sagt er, und bringt daher weitere Marken ins Spiel. Geckos Adventures richtet sich speziell an junge Leute von 18 bis 29, Peregrine ist die Premiummarke für Ältere, Urban Adventures ist auf Städte spezialisiert, die Family Adventure Company wie der Name schon sagt auf Reisen mit Kindern. In Deutschland ist Thornton heute nur mit Intrepid aktiv. Zumindest für Geckos und Peregrine sieht er aber auch hier Chancen.

Reisebürobetreuung mobil und am Telefon

Hierzulande hat Intrepid sein Büro im vergangenen Jahr zwar geschlossen, ist aber dennoch präsent. "Wir investieren weiter in den deutschen Markt", sagt Geschäftsführerin Barbara Glanz, die zusammen mit Kollegen mobil Veranstalter und Reisebüros betreut. Faktisch sitzen die Intrepid-Helfer am Telefon zwar in London, doch sie sprechen Deutsch.

Thomas Hartung

24. April 2017 – 17:42
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Michael Buller, Vorstand des Verbands der Online-Anbieter, setzt sich angesichts der geplanten Änderung des Telemediengesetzes "für den Erhalt der Anonymität im Netz" ein. Damit seien auch Verfasser von negativen Bewertungen weiterhin vor gesetzlichen Eingriffen geschützt", so der VIR-Chef. "Wenn das Telemediengesetz nach den Vorstellungen des Bundesjustizministeriums umgesetzt werden sollte, würde dies die Bereitschaft, auch berechtigte negative Bewertungen nach dem Urlaub abzugeben, deutlich verringern und so die Vielfalt der Bewertungen enorm einschränken", meint Buller. Der aktuelle Entwurf des Gesetzes sieht vor, dass Geschädigte bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen künftig die Befugnis haben, Auskünfte über die Identität des vermeintlichen Täters zu erhalten. Kritiker befürchten, dass damit das Ende der Anonymität, zum Beispiel auch bei der Bewertung von Produkten besiegelt wäre. Buller glaubt, dass diese dann "weniger authentisch" wären. Die Gefahr einer Manipulation durch den Verzicht auf Echtnamen, wie er bislang vorherrscht, sei dagegen gering. "Im Vergleich zu anderen Branchen wie Elektronik oder dem Buchmarkt sorgt schon die enorme Menge an Bewertungen im Reisebereich dafür, dass es Manipulationen schwer haben, die Gesamtbewertung eines Hotels zu beeinflussen."

Er verweist dabei auf das Ergebnis einer Studie mit Trust You, die einen Anstieg der Bewertungen seit 2014 von rund 78 Millionen Bewertungen auf etwa 90,5 Millionen im vergangenen Jahr diagnostiziert. Dies zeige, "dass die Bereitschaft, Hotels zu bewerten, weiterhin ausgesprochen hoch ist".

Interessierte können die Studie hier herunterladen.